Sonntag, 25. Mai 2008

Für Jimmy Carter und Mats Wilander

Eigentlich solle Etienne de Villiers in dieser Woche die Hauptfigur in meinem Blog werden, der höchst umstrittene ATP-Chef. Aus aktuellem Anlass verschieben wir das aber auf die nächste Woche. Heute gibt es stattdessen einen kleinen Schlenker, der sehr gut zum Thema passt: Am vergangenen Dienstag ist Hamilton Jordan gestorben. Hamilton Jordan war 1979/80 Büroleiter von US-Präsident Jimmy Carter. Das ist ein Posten, von dem aus man große Karrieren starten kann. Jordans Amtsvorgänger (noch unter Präsident Ford) war Dick Cheney. Der ist mittlerweile Vizepräsident der USA. Hamilton Jordan hingegen wurde Präsident der Tennisspieler-Vereinigung ATP und damit einer der Vorgänger von Etienne de Villiers.

Man muss auf der ATP-Webseite ganz nach unten scrollen und dann ganz kleine Wörter anklicken, dann kann man es finden: "How it all began". Die ATP, die Vereinigung der Profi-Tennisspieler, das war mal eine basisdemokratische, graswurzelige, revolutionäre Sache. Das passt zu Jordan, schließlich war Jimmy Carter auch ein irgendwie graswurzeliger Präsident. Im "Rolling Stone" stand damals, Carter habe Jordan in Georgia unweit seiner Erdnussfarm aufgelesen. Dass der betuliche Jimmy Carter bei den Präsidentschaftswahlen 1979 eine ähnliche Aufbruchstimmung erzeugte wie 2008 Barack Obama, soll auch damit zu tun gehabt haben, dass er bei seinen Wahlkampfauftritten von jungen Helfern mit zotteligen Haaren umgeben war, denen man ansah, das sie die ganze Nacht Party gemacht hatten. So einer war Hamilton Jordan.


Hamilton Jordan (1944-2008) mit ordentlich gekämmtem Haupthaar - Bild aus Wikipedia

Neun Jahre später, es regierte längst Ronald Reagan, gab Hamilton Jordan während der US Open 1988 eine Pressekonferenz auf dem Parkplatz vor dem Stadion von Flushing Meadows. Der damalige Weltranglistenerste Mats Wilander stand daneben und verteilte Flugblätter.

Die Spieler kündigten an, selbst die Kontrolle über den weltweiten Turnierzirkus zu übernehmen. 85 der besten 100 Spieler hatten eine entsprechende Erklärung verfasst. Und weil Tennisturniere ohne Tennisspieler nicht funktionieren, hatten sie ziemlich schnell Erfolg mit ihrer Revolution. Bis dahin lag die Organisation der Grand-Prix-Turniere in den Händen eines Dachverbandes aus Welttennisverband, Turnierveranstaltern und Spielervertretern. Dort soll alles sehr unkoordiniert und wenig flexibel abgelaufen sein. (Keine Ahnung, wie weit diese Kritik zutrifft.)

Der US-Tennisverband hatte der ATP für diese Pressekonferenz den offiziellen Presseraum auf dem Stadiongelände verwehrt. Deshalb die Aktion auf dem Parkplatz. Natürlich hätten die Spieler genug Geld gehabt, irgendwo in New York einen repräsentativen Saal anzumieten - aber Hamilton Jordan wusste, dass ein Parkplatz einfach besser rüberkommt, wenn man eine Revolution ausruft.

Die Spieler änderten ab 1990 die Methode, nach der Weltrangliste berechnet wird, grundlegend. Seitdem sind Erstrundenniederlagen nicht mehr so negativ aus. Nebenbei erhöhten sie sich die Preisgelder und legalisierten die Antrittsprämien, die Turnierdirektoren sowieso schon immer an die Stars der Szene zahlten. Außerdem konnten die Spieler seither frei wählen, zu welchen Turnieren sie antreten wollen. Bis dahin konnten sie nur eine Wunschliste angeben, und wenn sich abzeichnete, dass irgendein Turnier zu wenige Spitzenspieler haben würde, wurden eben welche zwangsverpflichtet. (Es möge mich jemand, der es besser weiß, korrigieren: Diesen Absatz habe ich aus dem Gedächtnis ohne weitere Recherche geschrieben.)

Seither läuft auf dem ATP-Zirkus also alles so, wie die Spieler es wollen. Deshalb scheint es auf den ersten Blick verwunderlich, dass die Stimmung unter den Profis 2008 ähnlich wie 1988 ist. Sie fühlen sich von den Chefs des Turnierzirkus übergangen. Vor wenigen Wochen unterzeichneten 18 der 20 besten Spieler eine Petition gegen die Vertragsverlängerung von ATP-Direktor Etienne de Villiers. Darüber, wie es so weit kommen konnte, lasse ich mich nächste Woche aus.

Nach seiner Revolution in Diensten der ATP beriet Hamilton Jordan übrigens den texanischen Millionär und populistischen parteiunabhängigen US-Präsidentschaftskandidaten Ross Perot bei dessen Wahlkampf 1992. Aber da gewann dann trotzdem Bill Clinton.

Hier ein bisschen was über Jimmy Carter und Hamilton Jordan

Sonntag, 18. Mai 2008

Live vom Hamburger Rothenbaum

Beginnen wir heute mit einem Thema, das gar nicht hierher gehört: Justine Henin. Aufmerksamen Leserinnen und Lesern wird nicht entgangen sein, dass mein Blog ausschließlich vom Männertennis handelt. (Ich beschränke mich auf den Bereich, mit dem ich mich etwas besser auskenne.) Aber Justine Henin hat in dieser Woche nun einmal für die alles überragende Tennisnachricht gesorgt. Mit 25 Jahren und als amtierende Weltranglistenerste beendet sie ihre Karriere - mit sofortiger Wirkung. Zu den Hintergründen können andere Leute sich kompetenter äußern als ich. Ich finde es einfach sehr schade, denn Justin Henin gehört zu den wenigen Spitzenspielerinnen, die nicht nur wild auf den Ball eindreschen, sondern richtig elegant spielen. Aber wer weiß… Für ein Comeback ist es ja auch in ein paar Jahren nicht zu spät.

Roger Federer war so freundlich, ein Zitat zu liefern, mit dem ich den Bogen zu meinem eigentlichen Thema schlagen kann. “Das war ein großer Schock. Ich könnte mir niemals vorstellen, in meinem Alter plötzlich aufzuhören”, sagte die Nummer Eins bei den Männern über seine weibliche Amtskollegin nach seinem Drittrundenmatch in Hamburg.

Also Hamburg. Über den Turnierausgang und über Nicolas Kiefer im Viertelfinale gibt es andernorts genug Berichte. Die unsichere Zukunft des Turniers hat in dieser Woche aus gegebenem Anlass zwar viele Schlagzeilen gemacht, es gibt aber nicht wesentlich mehr dazu zu sagen als schon vor ein paar Monaten. Also reicht ein Link auf den Februar.

Ich werde über den Dienstag schreiben. An dem Tag war ich nämlich im Stadion. Ich hatte meinen Fotoapparat mit, also gibt es auch ein paar Bilder zu sehen.

Das meistbeachtete Spiel des Tages war das von Philipp Kohlschreiber (zu dem Zeitpunkt noch Deutschlands Nummer eins) gegen den Turniersieger von 2006, Tommy Robredo. Ich merke gerade, dass mir von dem Spiel nicht besonders viel im Gedächtnis geblieben ist. Vielleicht ist Robredos Spitzname “Boredo” (von engl. boring) also doch nicht so unberechtigt. Das größte Hallo auf den Tribünen gab es, als der übergewichtige amerikanische Oberschiedsrichter Tom Barnes auf den Platz, wieder zurück und dann noch mal auf den Platz trottete, weil sich Stuhlschiedsrichter und Spieler nicht einig wurden, ob eine Vorhand von Robredo im Aus war. Am Ende wurde der Punkt wiederholt, und Kohlschreiber verlor darüber den Faden und das schon fast sicher gewonnene Spiel.

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Philipp Kohlschreiber verlor den Faden.

Vorher hatte auf dem Center Court Andreas Beck gespielt. Ich freue mich besonders, dass ich jetzt ein Foto von Becks ballettartiger Aufschlaghaltung anbieten kann, über die ich mich schon in meinem Bericht vom Challenger in Wolfsburg ausgelassen habe.

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Andreas Becks Ballett-Aufschlag

Andreas Beck (22 Jahre, Weltranglisten-Nummer 137) hatte für Hamburg eine Wildcard bekommen, weil er Deutscher Meister ist. Die Deutsche Meisterschaft ist sportlich in erster Linie wegen dieser Hamburg-Wildcard interessant. Weil die Meisterschaft im November in der Halle auf schnellem Teppich ausgespielt wird, gewinnen oft Leute, die auf langsamen Sand etwas deplatziert wirken. Mit Andreas Beck gab es endlich mal wieder einen Meister, der dieser Wildcard wirklich würdig war. Im ersten Satz gegen Janko Tipsarevic (Serbien) traf Beck jeden Ball nahezu perfekt. Danach ist er zwar eingebrochen, trotzdem bezeichne ich ihn seit Dienstag nicht mehr als ewiges Talent, sondern als Hoffnungsträger. Der Mann wird in den nächsten ein bis zwei Jahren unter den ersten 80 der Welt stehen. Ob es für mehr reicht, weiß ich nicht.

Weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit fand auf den Nebenplätzen dann noch der Doppelwettbewerb statt. Wenn nicht gerade bekannte Einzelspieler beteiligt sind, besteht das Publikum da überwiegend aus den Angehörigen von Ballkindern und Linienrichtern. (Nicht einmal die Trainer der Spieler sind dabei - das Doppel-Preisgeld ist so bescheiden, dass sich deren Reisekosten daraus nicht bestreiten lassen.) Dabei fetzt Doppel richtig. Jedem Tennisturnierbesucher ist ein Abstecher auf die Nebenplätze dringend ans Herz zu legen.

Das Spiel von Christopher Kas (Bayern) und Rogier Wassen (Holland) gegen Mariusz Fyrstenberg und Marcin Matkowski (Polen) muss ich schon allein deshalb erwähnen, damit ich dieses Foto einbauen kann.

Kas Wassen
Christopher Kas (links) und Rogier Wassen

Da kann keiner von Kas’ Lippen ablesen, welche Aufschlagvariante er seinem Partner gerade ankündigt. Kas uns Wassen stehen (jedenfalls bis letzte Woche) in der Teamrangliste auf Platz elf, sind also rechnerisch gar nicht so weit weg von der Qualifikation zum Masters, an dem die acht besten Doppel der Welt teilnehmen. In dem Spiel gegen die beiden Polen schienen sie mir von der Weltspitze aber ein ganz schönes Stück entfernt zu sein. Kas’ Volleys waren im ersten Satz sehr sicher gespielt, führen aber selten zum direkten Punktgewinn.
Der kleine von den beiden Polen (Fyrstenberg, glaube ich) schlug auf wie ein Wahnsinniger. Sowas können Kas und Wassen nicht. Wassens Aufschlagbewegung sieht sehr ulkig aus. Erinnerte mich ein wenig an Jay Berger aus den frühen Neunzigern. (Ich hab einen Youtube-Clip mit Wassen gefunden)

Sonntag, 11. Mai 2008

Live von der Quali in Hamburg

In den letzten fünf Jahren war ich immer an mindestens einem Tag beim Turnier am Hamburger Rothenbaum. Gestern sah ich mich zum ersten Mal genötigt, eine Tube Sonnencreme mitzunehmen. Wolkenloser Himmel, 22 Grad im kaum irgendwo vorhandenen Schatten. Endlich ist mal Schluss mit dem Gejammere, Anfang Mai sei es in Norddeutschland zu kalt für Freiluftsport.
Am Sonnabend wurde die erste Runde der Qualifikation gespielt. Ich habe die Zuschauer nicht gezählt, aber es werden mehrere Tausend gewesen sein. Auf jeden Fall deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Heute, am Sonntag (da war ich selber nicht da), sollen es noch viel mehr gewesen sein.
Das lag gewiss nicht nur am Wetter, sondern auch an Marat Safin. Der frühere Weltranglistenerste aus Russland – zurückgefallen auf Platz 79 – musste zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder bei einem Turnier durch die Qualifikation. Dieses Ereignis war auch der Hamburger Lokalpresse ein paar Schlagzeilen wert.
Abgesehen von Safin war das Teilnehmerfeld allerdings deutlich schwächer als in den vergangenen Jahren. Das dürfte in erster Linie daran liegen, dass parallel zum Hamburger Masters-Turnier sieben kleine Challenger-Turniere stattfinden. Im vorigen Jahr waren es nur drei. Insbesondere diejenigen Spieler, die ihre Chancen, in Hamburg die Qualifikation zu überstehen, eher gering einschätzen, reisten diesmal lieber woanders hin. Es waren also eine ganze Reihe etablierter Profis am Start, die auch im Hauptfeld die eine oder andere Runde überstehen können, hinter ihnen klaffte aber eine große Lücke. Für einen Startplatz reichte diesmal Weltranglistenplatz 311. Letztes Jahr war es Platz 111. In den meisten Spielen der ersten Quali-Runde traf also ein haushoher Favorit auf einen krassen Außenseiter.
Über vier der Spiele werde ich heute kurz berichten, aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ich wollte von möglichst vielen Spielen einen Eindruck mitnehmen und in deshalb munter zwischen den vier Plätzen gependelt und habe kaum ein Spiel von Anfang bis Ende gesehen.

Marat Safin – Julian Reister 3:6, 6:2, 6:1

Das war es also, das erste Qualifikationsspiel von Marat Safin seit dem 25. Oktober 1998. Für alle Safin-Fans, die befürchten, dies könnte demütigend gewesen sein, vorab eine klare Entwarnung: 2000 Leute auf den Center-Court, ein Riesen-Bohei, als der Superstar den Platz betrat. Da hat Safin in Hamburg schon trostlosere Auftritte erlebt. (Vor drei Jahren war ich einer von höchstens 200 Hardcore-Fans, die frierend zu vorgerückter Stunde eine Safin-Galavorstellung sahen, sein armer Erstrundengegner Alberto Martin (Spanien) spielte seinerzeit zwar gar nicht so schlecht, verlor aber 1:6, 0:6.) Diesmal musste Safin etwas mehr Zeit aufwenden. Im ersten Satz war deutlich zu sehen, wieso er in der Weltrangliste so weit abgerutscht ist. Er ist zwar noch immer dasselbe Energiebündel wie das, das 2005 Alberto Martin an die Wand spielte, er setzt diese Energie aber nicht präzise genug um. Julian Reister, ein Nachwuchstalent aus Schleswig-Holstein und Nummer 311 der Welt, spielte am oberen Rand seiner Möglichkeiten, hielt tapfer den Ball im Spiel und setzte ein paar schöne Passierbälle, wenn Safin ungestüm ans Netz rannte. Anschließend fing Safin sich, drehte das Match und gewann auch sein Spiel am Sonntag: Qualifikation geschafft. Ich sah mich in meinem Eindruck bestätigt, den ich von seinen Ergebnissen der letzten Zeit hatte: Ob er gewinnt oder verliert, hat wenig damit zu tun, wer sein Gegner ist, sondern hauptsächlich mit ihm selber.

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Marat Safin spielte zum ersten Mal seit zehn Jahren Qualifikation

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Julian Reister trotzte der ehemaligen Nummer eins einen Satz ab

Marcel Granollers – Leonardo Azzaro 6:4, 6:2

Dies war eines der Spiele, das nicht nur auf dem Papier nach einer klaren Sache aussah, sondern auch auf dem Platz eine war. Marcel Granollers ist ein Spieler, dessen Namen sich zu merken lohnt. Hamburg dürfte bis auf weiteres das letzte Turnier gewesen sein, in dem er durch die Quali musste. Der 22-Jährige aus Barcelona hat im April in Houston sein erstes ATP-Turnier gewonnen. Da wird man natürlich neugierig, was das wohl für einer ist. Mein Eindruck: Der Junge wird noch mehr Turniere gewinnen. Ich habe selten Spieler gesehen, die technisch ein so vielseitiges und unterhaltsames Sandplatztennis spielen (Mir fällt nur Guillermo Coria ein. Und Granollers kann, anders als Coria, auch Serve und Volley spielen.) Granollers ist dabei aber noch etwas zu verspielt. Nicht jeder grandiose Schlag war auch wirklich zielführend. Gegen Leonardo Azzaro konnte er sich das erlauben. Bei den Gegnern, die im Hauptfeld auf ihn warten, sieht das vermutlich anders aus.

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Marcel Granollers: Vielleicht der nächste große Spanier.

Jaan-Frederik Brunken – Jürgen Melzer 7:6, 2:6, 6:3

Das sieht doch prima aus: Ein Junge aus Verden, der gerade erst 18 geworden ist, bekommt eine Wild Card für die Quali in Hamburg und schägt mal eben einen arrivierten Top-Hundert-Spieler. Was ich von dem Spiel gesehen habe, wirkte allerdings weniger berauschend. Jürgen Melzer (Österreich) stand völlig neben sich, wie in letzter Zeit häufiger mal. Brunken hat gewonnen, weil Melzer kaum einen Ball vernünftig traf. Von allen Spielen, die ich gesehen habe, war dies das schwächste. Trotzdem darf man Brunkens Erfolg nicht zu gering bewerten: Er hat vorher noch nie vor einer solchen Kulisse wie in Hamburg gespielt, noch nie gegen einen so renommierten Spieler und hat trotzdem die Nerven behalten. Wunderdinge sollte man von Brunken so schnell aber nicht erwarten, und in der zweiten Quali-Runde war er dann auch völlig chancenlos.

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Jaan-Frederik Brunken profitierte von der unterirdischen Form seines Gegners.

Julien Benneteau – Alexander Waske 6:3, 6:2

Fast acht Monate lang war Alexander Waske außer Gefecht, nachdem er sich beim Davis-Cup-Doppel in Moskau den Schlagarm verletzt hatte. Dieses Spiel war sein Comeback, und immerhin: Die Schulter hat gehalten. Das Ergebnis sieht zwar nach einer klaren Sache aus, aber mein Eindruck war: Waske ist auf einem guten Wege. Das ist ja bei einem 33-Jährigen nach einer Langzeitverletzung nicht so ganz selbsverständlich. Ich habe nur den ersten Satz gesehen, und der war eine sehr enge Sache. Gegen Benneteau, der einer der stärksten Spieler in der Quali ist, hatte Waske einige Breakchancen. Trotz der Niederlage geht Waskes Comeback in Hamburg weiter: Er spielt im Doppel zusammen mit Rainer Schüttler.

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Alexander Waske scheint nach seiner langen Verletzungspause auf einem guten Weg zu sein.

Am Dienstag bin ich noch einmal am Rothenbaum. Davon nächste Woche mehr. Hier erstmal der Link zu den Ergebnissen der Quali.

Sonntag, 4. Mai 2008

Dumm gelaufen: Denis Gremelmayr darf nicht in Hamburg spielen

In einer Woche beginnt das Masters-Turnier am Hamburger Rothenbaum. Tommy Haas fehlt wegen seiner dauerverletzten Schulter. Philipp Kohlschreiber wird wohl kommen, liegt aber im Moment noch mit einer heftigen Erkältung flach. Da kommt die plötzlich aufgetauchte neue deutsche Tennishoffnung eigentlich wie gerufen: Denis Gremelmayr spielte sich vor zwei Wochen in Estoril (Portugal) ins Halbfinale und in dieser Woche in Barcelona. Der 26-Jährige schlug Spieler wie Jarkko Nieminen (Nr. 24), James Blake (Nr. 8) und Nicolas Almagro (Nr. 22) und verlor nur gegen Roger Federer und Rafael Nadal.
Ein klarer Fall: Denis Gremelmayr muss eine Wild Card für Hamburg bekommen. Und vermutlich würde Turnierdirektor Charly Steeb ihm auch eine geben - wenn er denn dürfte. Dabei darf er mit Wild Cards eigentlich fast alles machen: Wenn er wollte, könnte er die vier Startplätze, über die der Turnierveranstalter allein entscheiden darf, an Uwe Seeler, Helmut Schmidt, Jopi Heesters und den Papst vergeben.
Aber nicht an Denis Gremelmayr. Daran ist Denis selber schuld: Er hat sich für die Hamburg-Woche für ein kleines Challenger-Turnier in Zagreb angemeldet. Gemäß den Regeln der ATP dürfen Wild Cards nicht an Spieler vergeben werden, die bereits bei einem anderen Turnier in derselben Woche einen Platz im Hauptfeld haben. So bekommen kleine Turniere Planungssicherheit.
Normalerweise ist diese Regel unproblematisch: Deutsche Spieler, die sich Hoffnungen auf eine Wild Card in Hamburg machen, melden sich nicht für andere Turniere an. Wenn sie die Wild Card nicht bekommen, spielen sie die Qualifikation in Hamburg.
Aber noch vor drei Wochen, als die Meldefrist für Zagreb ablief, gehörte Gremelmayr nicht zum engsten Kandidatenkreis für die Wild Cards. Vor drei Wochen war Denis Gremelmayr noch auf Platz 104 in der Weltrangliste. Ein klassischer Challengerspieler eben. (Ab Montag ist er die Nummer 58.)
Die Entscheidung, statt der Qualifikation in Hamburg mit vagen Erfolgsaussichten lieber ein kleines Turnier zu spielen, wo er reale Chancen auf den Titel und vor allem ein paar Weltranglistenpunkte hat, war zwar nicht zwingend, aber nachvollziehbar. Ist einfach dumm gelaufen, die Sache.

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